Mittwoch, 4. Juni 2008

Die Füße im Gelben Fluß

In der schwarzen Limousine vom Direktor mit Chauffeur und Dolmetscher, haben wir heute einen wundervollen Ausflug gemacht!
1 1/2 Stunden Fahrt mit 160 km/h in Richtung Nordosten über die tadellose Autobahn durch das flache Ackerland mit den fruchtbaren Lössboden. Tiefeingeschnittene Canyons erinnern uns daran, dass wir auf einer Hochebene sind.
Unser erstes Ziel ist das Mausoleum des Dichters und Denkers Sima Qian, der im ersten vorchristlichen Jahrhundert lebte und wirkte. Wenn ich unseren Dolmetscher richtig verstanden habe, war er es, der durch seine Geschichtsschreibung und die Sammlung mündlicher Überlieferungen, so etwas, wie ein chinesisches Nationalgefühl geschaffen hat.



Das Mausoleum liegt sehr imposant am Hang zwischen Hochplateau und der Schwemmebene des Gelben Flusses.


Die unterschiedlichen Gebäude und Tempel sind mit einer steilen Steinstraße verbunden, die in einer 99-stufigen Treppe endet. Für uns kein Problem, denn die Besteigung erfolgt hier anders als am Viktoriastollen, völlig ohne Skulpturen auf dem Arm. Wir hängen unsere Begleiter locker ab, die mächtig schwitzen.
Das ganze Mausoleum ist mit Zypressen bepflanzt, die in der Sonne duften. Der älteste Baum soll von Sima Qian selber gepflanzt sein, also über 2000 Jahre alt sein.


Nach dem Lunch mit köstlichen Nudelgerichten und Teigröllchen, das Lokal war ein Geheimtip unseres Fahrers, geht es weiter ins Dorf Dang Jia. Es hat sich seit der Western-Han-Dynastie, die 200 nCh. endete, nicht wesentlich verändert. Es ist kein Museum, sondern es leben noch immer Menschen hier. Die schlafen leider alle, als wir durch das Dorf streifen und einige Häuser mit ihren hermetischen Innenhöfen besichtigen.
Die letzte Station ist der Gelbe Fluss, die Mutter der Flüsse. Das Flusstal ist unglaublich weit und das andere Ufer verliert sich im Dunst.
Wir laufen bis ans Wasser über feinsten Sand und hart gewordenen Schlirf.
Das Wasser ist erstaunlich sauber und es wird gefischt und gebadet. Wir begnügen uns mit der Befeuchtung unserer Füße und können es garnicht fassen, wie sauber und friedlich dieser gigantische Fluss unsere Zehen umspielt.

Keine Kommentare: