Dienstag, 3. Juni 2008

Ein Ferientag in Fuping

Nicht in die Werkstatt, nicht zu den Öfen, ein ungewohntes Leben nach vier Wochen an der Keramikfront. Einen Spaziergang in die Stadt nehmen wir uns für den Vormittag vor. Ich will mir unbedingt noch was schneidern lassen und wir möchten noch andere Größen von den wunderbaren Kalligraphiepinseln haben, die es bei der Rollbildmalerin gibt.

In die Gasse der Gewürzhändler, deren Mühlen mit ihren dicken Mahlsteinen den ganzen Tag laufen, müssen wir auch noch, um Sechuanpfeffer zu kaufen, dessen würzige Schärfe wir lieben gelernt haben.

Endlich können wir mal ohne Zeitdruck schlendern oder einfach nur so durch die Gegend laufen. Das tun wir auch am Nachmittag nach einer ausgedehnten Siesta.
Im Moment wird der Weizen geerntet. Er ist hier im Norden Chinas das Kohlenhydrat Nr.1, Rohstoff für die Nudeln, die gedämpften Hefeklöße und die gefüllten Teigtaschen, die zu jeder Mahlzeit gehören.
Die Kleinbauern ernten sehr archaisch. Nur die wohlhabenderen können Mähdrescher kommen lassen. Die Ernte wird auf den Straßenrändern gedörrt und gedroschen.


Es tut so gut nach all der Zeit im Studio, im geschlossenen Raum mit Kunstlicht, Sonne und Wind auf der Haut zu spüren und den Duft der Erde und des reifen Korns zu riechen.

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