Glücklicherweise ist es ein Herdwagenofen, das heißt, die Stücke werden auf dem rollbaren Boden des Ofens eingebaut, und dann ins Ofeninnere geschoben. Das macht das Brennen großer Stücke einigermaßen leicht realisierbar.


Mischa zirkelt mit einem überaus kräftigen Brennmeister alle Stücke in den Ofen, mit dem er sich in den letzten Tagen vertraut gemacht hat.
Ein neues Schauloch zur besseren Temperaturüberwachung ließ er installieren

und besteht darauf, heute nacht, wenn die Solltemperatur erreicht ist, geweckt zu werden. Dreimal" Ni hao" soll der Brennmeister ins Telefon rufen, dann käme er sofort.
Bis dahin ist noch jede Menge Zeit und wir können andere wichtige Dinge erledigen. Zum Beispiel mein chinesisches Jäckchen abholen und endlich mal den chinesischen Rotwein probieren.
Von beidem war ich sehr begeistert. Die kurzärmelige Jacke ist aus silbergrauer bestickter Seide mit Stehkragen und Riegelverschluß. Der Rotwein, aus einer kleinen verträumten landwirtschaftlichen Produktionsgemeinschaft mit einer Anbaufläche so groß wie Rhein-Hessen, ist ein Cabernet Sauvignon und schmeckt uns verwöhnten Schoppennasen ausnehmend gut. Besonders mir, und als um 1.30 Uhr morgens der Brennmeister sein "Ni hao" ins Telefon schmettert, bin ich erleichtert, nicht aus dem kuscheligen Bett zu müssen.
Bis 4.00 Uhr wacht Mischa am Ofen! Dann sind alle Kegel (zur Temperaturmessung) gefallen und fast 1200° Grad erreicht.
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